H-Kennzeichen
Amtliches Oldtimer-Kennzeichen mit «H» für Fahrzeuge ab 30 Jahren – uneingeschränkt alltagstauglich, pauschale Kfz-Steuer, freie Umweltzonen.
Was ist das H-Kennzeichen?
Das H-Kennzeichen ist das amtliche Oldtimer-Kennzeichen in Deutschland. Das «H» hinter der Erkennungsnummer (zum Beispiel B-AB 123H) steht für «historisch» und weist das Fahrzeug als kraftfahrzeugtechnisches Kulturgut aus. Anders als das rote 07er-Kennzeichen ist ein Fahrzeug mit H-Kennzeichen regulär und uneingeschränkt zugelassen – es darf also auch im Alltag gefahren werden.
Voraussetzungen
Für ein H-Kennzeichen muss das Fahrzeug mindestens 30 Jahre alt sein (Erstzulassung vor mehr als 30 Jahren), sich in weitgehend originalem, gepflegtem Zustand befinden und über ein positives Oldtimer-Gutachten nach § 23 StVZO verfügen. Dieses Gutachten erstellen anerkannte Prüforganisationen wie TÜV, DEKRA, GTÜ oder KÜS; es bestätigt Originalität und Erhaltungszustand. Zeitgenössische Umbauten sind zulässig, moderne Leistungssteigerungen oder erhebliche Mängel führen zur Ablehnung. Zusätzlich braucht es eine gültige Hauptuntersuchung; wie andere Fahrzeuge muss auch der Oldtimer alle zwei Jahre zur HU.
Kosten und Steuer
Die Kfz-Steuer ist pauschal und unabhängig von Hubraum, Leistung und Schadstoffklasse: 191,73 Euro pro Jahr für Pkw, 46,02 Euro für Krafträder. Für die erstmalige H-Zulassung fallen einmalig grob 180 bis 400 Euro an – Oldtimer-Gutachten (ca. 80–200 Euro), Zulassungsgebühren (ca. 27–30 Euro), Schilder (ca. 20–40 Euro) und gegebenenfalls die HU. Hinzu kommt die meist günstige Oldtimer-Versicherung.
Vorteile
Neben der pauschalen Steuer erlaubt das H-Kennzeichen die freie Einfahrt in alle deutschen Umweltzonen, ohne Umweltplakette. Das Fahrzeug ist uneingeschränkt nutzbar, ein Fahrtenbuch ist nicht erforderlich.
Bezug zur Rallye
Für Teilnehmer an Gleichmässigkeits- und Oldtimer-Rallyes ist das H-Kennzeichen die naheliegende Wahl, wenn nur ein historisches Fahrzeug bewegt wird: Es erlaubt sowohl die An- und Abreise als auch die Verbindungsetappen auf öffentlichen Strassen ohne die Nutzungsbeschränkungen des 07er-Kennzeichens. Wer dagegen mehrere Klassiker besitzt und diese nur zu Veranstaltungen bewegt, fährt mit dem roten 07er-Kennzeichen oft günstiger.
Alter, Ausnahmen und regionaler Hinweis
Konkret bedeutet die 30-Jahre-Regel für 2026: infrage kommen Fahrzeuge mit einer Erstzulassung bis zum 31. Dezember 1996. Zur Ablehnung führen nicht zeitgenössische Umbauten wie ein modernes Fahrwerk, erhebliche Rostschäden oder nachträgliche Leistungssteigerungen. Über die Jahre gleicht die niedrige Pauschalsteuer die einmaligen Kosten meist deutlich aus, und der Wagen gilt offiziell als rollendes Kulturgut – häufig mit günstiger Oldtimer-Versicherung. Ein H-Kennzeichen ist dabei an ein einzelnes Fahrzeug gebunden, anders als das 07er. Wichtig: Das H-Kennzeichen ist eine deutsche Regelung. In der Schweiz, in Österreich, Italien, Frankreich und Spanien gelten eigene Vorschriften für historische Fahrzeuge, etwa der Veteranenstatus in der Schweiz; bei grenzüberschreitenden Rallyes lohnt sich vorab der Blick in die jeweiligen nationalen Bestimmungen. Wer regelmässig an Veranstaltungen in Deutschland teilnimmt, ist mit dem H-Kennzeichen in der Regel am flexibelsten aufgestellt.
Glossar von A bis Z
Verwandte Begriffe
Regularity Rallye
Klassiker-Motorsport, bei dem nicht Tempo, sondern Präzision zählt: vorgegebene Sollzeiten und Durchschnittsgeschwindigkeiten möglichst exakt einhalten.
FIVA ID-Card
International standardisiertes Fahrzeugdokument der FIVA für historische Fahrzeuge ab 30 Jahren. Es hält Identität, technische Daten und Geschichte fest, wird nach einer Fahrzeuginspektion ausgestellt und gilt nur zur Identifikation.
Vorkriegsfahrzeug
Fahrzeug aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg, meist bis Baujahr 1939. Der Begriff ist nicht offiziell definiert; die Zeitgrenze variiert je nach Quelle.